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Salizische Geschichten : Novellen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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„daß der Herr deshalb gekommen iſt, aber jetzt iſt es nicht an der Zeit. Kommen der Herr Wohlthäter morgen Nachts, da haben wir Vollmond, da werden die Todten lebendig.“

„Biſt Du bei Sinnen“, ſtieß ich halb unbewußt hervor.

„Sehr wohl, mein theurer Herr“, erwiderte er mit einem Lächeln, das ſich wie ein Sonnenſtrahl in ſeinen grauen Schnurrbart ſtahl,„ich weiß auch was ich rede, das Bild iſt gut getroffen und auch der todte Stein hat Aehnlichkeit, ich kenne ſie, doch wer ſoll ſie denn ken⸗ nen, wenn ich ſie nicht kenne? Habe ich ſie doch auf dieſen meinen Knieen geſchaukelt, ſo wahr ich Gott liebe

Mir ſchauerte vor der tiefen Ueberzeugung, mit der der Alte das Unmögliche ausſprach, ich gab ihm raſch ein Goldſtück, das er ehrerbietig nahm, eilte in den Hof hinab, ließ mein Pferd aufführen und ritt den Abhang hinunter mit dem Vorſatz, dem geheimniß⸗ vollen Schloſſe und ſeinem wahnſinnigen Bewohner nie wieder in die Nähe zu kommen.——

Aber es war dies ein Vorſatz wie eben Vorſätze ſind. Schon am nächſten Morgen nannte ich mich einen Feigling, Mittags hielt ich mir ſelbſt eine ſchöne

Rede genen den Aberglauben und mit Anbruch der Socher-Maſoch, Galiziſche Geſchichten 1 15