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Salizische Geschichten : Novellen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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ten, waren im Laufe der Jahrhunderte die Farben ſo ſtark gedunkelt, daß die kühnen Ritter, die prächtigen Staroſten und die reichgekleideten Damen alle tief im Schatten zu ſtehen ſchienen und hie und da ein ſchönes Antlitz wie aus der Düſterheit der Nacht hervorleuch⸗ tete. Und alles war verwahrloſt, verfallen, mit aſch⸗ grauem Staub bedeckt und mit Spinnweben behängt, die Luft roch nach Moder, und auch der alte graue Mann erſchien mir plötzlich wie mit Schimmel über⸗ zogen.

Endlich kamen wir in ein mäßig großes Gemach, das im Viereck gebaut und mit dunklem Holze ver⸗ kleidet war und in dem ſich weder ein Einrichtungs⸗ ſtück, noch ein Geräthe befand. An der mitleren Wand hing ein Bild in rauchigem Goldrahmen und auch die⸗ ſes war mit einem grünen Vorhang bedeckt.

Der Alte winkte mir ſtehen zu bleiben, er hatte während der ganzen Wanderung kein Wort geſprochen und ſprach auch jetzt nur durch Zeichen und Blicke, näherte ſich auf den Fußſpitzen dem grünen Vorhange und zog an einer verborgenen Schnur.

Staub ſtieg empor und aus der grauen Wolke, die ſich ſchnell verzog trat eine weibliche Figur von ſeltſamem Reize. Es war eine hochgewachſene Frau von ſchlangenartiger Schlankheit in dunkeln Sammt ge⸗