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Salizische Geschichten : Novellen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Pfeilen, in Gemächern, deren Tapeten Scenen aus dem alten Teſtamente darſtellend verblichen und von Mot⸗ ten zerfreſſen waren, die ſich bei der leiſeſten Berührung in Schwärmen erhoben und umherſchwirrten; dort ei⸗ nen Korridor weiter thronte die ganze kapriziöſe Gra⸗ zie einer Rokokv⸗Schönen. Da gab es niedliche mit verblaßtem blauen Atlas oder gelb gewordenen weißen Muſſelin tapezierte Boudoirs mit großen Kaminen, auf denen dickbäuchige Porzellan⸗Chineſen, mit Toilett⸗ tiſchen, auf denen Spiegel in Silberrahmen und all' den Nippes jener Zeit zu ſehen waren.

Aus majeſtätiſchen Sälen mit ſinnigem Stuckatur⸗ Schmuck und gigantiſchen Fresken kam man in Schlaf⸗ gemächer mit prunkvollen Himmelbetten. Da ſtand eine Vaſe, wie ſie nur der Schönheitsſinn eines Hel⸗ lenen oder Italien ers ſchaffen konnte auf marmorenem Piedeſtal, und eine Thür weiter nahm ein großer ge⸗ ſchnitzter Schrank die Breite der Wand ein, gefüllt mit all' dem wunderlichen Glaswerk und Thongeſchirr, bunt bemalt, mit kernigen Sprüchen verſehen, wie es der bizzarre deutſche Geſchmack im fünfzehnten und ſechszehnten Jahrhundert erzeugte. In dem koſtbaren von der Zeit geſchwärzten Getäfel der Wände pochte der Holzwurm, die Fenſter waren meiſt erblindet, und an den alten Bildern, die allerorten die Wände ſchmück⸗