Teil eines Werkes 
2. Theil (1848)
Entstehung
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dieſe raſende Wuth, welche ſich aus dem heftigen und un⸗

geſtuͤmen Gemuͤth dieſes Mannes wol erklaͤren laͤßt, in einen finſtern Truͤbſinn, und endlich in den feindſeligſten Menſchenhaß uͤber, der ihn veranlaßte, die traurige Lauf⸗ bahn zu betreten, zu welcher er durch wiederholte Schlaͤge des Schickſals eben ſo wol als durch ſchlummernde Lei⸗ denſchaften hingetrieben wurde. So ſchwor er in ſeiner Verblendung, ſich an der Menſchheit fuͤr das, was er erlit⸗ ten, raͤchen zu wollen, und anſtatt das geſchehene Leid hinzu⸗ nehmen als Pruͤfungen Gottes und als gerechte Strafe fur ſeine vielfachen Verirrungen, verkaufte der Ungluͤck⸗ liche ſeine Seele dem Boͤſen. Er ſammelte einen Haufen des verworfenſten Geſindels, an deſſen Spitze er ſich ſtellte, und nicht zufrieden damit, das Wild in den Forſten zu gefährden, ward er vielmehr ein gefurchteter Räuber und erfuͤllte bald ganz Oberbaiern mit Furcht und Schrecken.

Geſtatten Sie mir zu ſchweigen, Venerendissime! von den Einzelnheiten ſeiner nunmehrigen Laufbahn; ge⸗

nug, daß Blut und Suͤnde jeden Fußtapfen derſelben

ſchrecklich bezeichneten. Nur Eins noch ſcheint mir der Erwaͤhnung werth: niemals in den verfloſſenen ſieben Jahren hat er Dero Forſten und Beſitzthuͤmer mit ſeiner Bande betreten, und waͤhrend in der naͤchſten Naͤhe man⸗ ches Haus in Flammen aufloderte und die ſchmaͤligſten Raͤubereien ausgefuͤhrt wurden, ſind die Herrſchaften Waldſees und Rußberg ſtets auf das Gewiſſenhafteſte verſchont geblieben. Wodurch er wol ſeine Dankbarkeit und Verehrung gegen Hochdieſelben auszudrucken bemuͤht war.

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