Acht Jahre ſpäter.
Auszug aus einem Schreiben des Magiſter Tilleſius an den Grafen Andreas von Waldſees, zur Zeit in Neapel.
S Schloß Rußberg, den 10. November 1772.
————————— Schon zu meh⸗ ren Malen haben Sie, hochverehrter Herr Graf, in Dero gnaͤdigem Schreiben angefragt, ob nichts Weiteres uͤber das Schickſal des Mathias Kloſtermeier verlaute und wo⸗ hin derſelbe ſich gewendet habe. Obwol ich bisher die⸗ ſen Punkt ſtets mit Stillſchweigen uͤbergangen, ſintemal es mir ſchwer ankam, Dero zufriedenes Gluck durch truͤbe Nachrichten zu ſtoͤren, ſo darf ich dennoch itzo Dero beſtimm⸗ ten Befehl nicht laͤnger unberuͤckſichtigt laſſen, um ſo mehr, da die Tragoͤdia, deren Held beſagter Mathias ge⸗ weſen, nunmehro ein erſchreckliches, freilich vorauszuſehen⸗ des Ende genommen.
Es ſcheint, daß Mathias bei ſeiner Ruͤckkehr durch die Nachricht von dem truͤbſeligen und bejammernswer⸗ then Ende ſeiner Geliebten in einen Zuſtand der Raſe⸗ rei gerathen ſei; wenigſtens hat ein gewiſſer Gaͤrtner in den Verhoͤren ausgeſagt, Kloſtermeier habe in den erſten Tagen ihres Zuſammenſeins alſo getobt und gewuthet, daß man die voͤllige Zerruͤttung ſeiner Vernunft nicht mehr in Zweifel gezogen. Nach und nach ging aber


