Teil eines Werkes 
2. Theil (1848)
Entstehung
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und verlaſſen ſei. Die Hausthuͤr war von Außen durch einen ſchweren, hoͤlzernen Balken geſperrt, der als Riegel queer zwiſchen den beiden Pfoſten in der Mauer lag. Die bunt gemalten Fenſterladen, welche Gertrud allabendlich ſelbſt zu ſchließen pflegte, ſtanden zum Theil offen und wurden, halb aus den Angeln geriſſen, vom Winde hin und her bewegt, theils lagen ſie am Boden, der, wie Mathias jetzt erſt bemerkte, dick mit Gras oder wuchern⸗ dem Unkraute bedeckt war. Die kleinen, netten Scheiben, in denen ſich ſonſt die untergehende Sonne hell und gol⸗ dig ſpiegelte, zeigten ſich erblindet und zerſchlagen, und das Weingelaͤnder, welches mit ſeinen gruͤnen Ranken die Huͤtte in ein duftiges Prachtkleid huͤllte, ſtreckte, theil⸗ weiſe Erde herausgeriſſen, ſein duͤrres, nacktes Gezweig traurig nach allen Seiten.

Mathias fuhlte ſich bei dieſem troſtloſen Anblicke von einem ploͤtzlichen Schwindel uͤberwaͤltigt. Haus und Garten flogen im Kreife um ihn herum, und ſeine Kniee wankten, ſo daß er ſich feſt auf ſeinen Stock ſtuͤtzen und an das kalte Mordgemaͤuer lehnen mußte.Wo iſt ſie Was iſt ihr begegnet? fragte er mit bebenden Lippen ſich ſelbſtward ſie mir untreu und hat ſie den ar⸗ men Wildſchuͤtzen vergeſſen? Gott im Himmel, laß meine Ahnungen mich taͤuſchen!

Wieder trat er an ein Fenſter, deſſen zertruͤmmerte Scheiben ihm einen freien Blick in das Innere der Stube gewaͤhrten. Trotz der Dunkelheit entdeckte ſein von der Angſt geſchaͤrftes Auge, daß das Gemach leer und wuͤſte und ſeines fruͤhern, einfachen Meublements beraubt war.

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