Teil eines Werkes 
2. Theil (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

287

zu ihm aufblickte, ſagte auch dieſer:bin ich nicht glucklich! uͤberaus glucklich!

Derſelben Meinung waren auch Herr Binzgo, Bol⸗ linger und der Reitknecht des Grafen Andreas, welche letztere Beide mit dieſem gekommen waren. Sie ſaßen auf der ſteinernen Bank im Thorwege, rauchten Tabak und labten ſich am Augsburger Bier, wobei ſie in ge⸗ ſchwaͤtziger Rede ihre diverſen Anſichten austauſchten. Der Kaſtellan und Bollinger, nunmehriger Revierfoͤrſter von Waldſees, waren bald genug Freunde geworden, wie denn uͤberhaupt das hoͤhere Alter darin mit der fruͤhen Jugend in Einklang ſteht, daß es leicht und gern ſich anſchließt und an ein freundſchaftliches Verhaͤltniß weni⸗ ger ernſte Foderungen und Bedingniſſe ſtellt, als das reife Mannesalter. So hatten die beiden Alten wie ge⸗ woͤhnlich erſt von Mathias geſprochen, zu dem ſie beide in naͤherem Verhaͤltniß geſtanden, und Herr Binzgo war ſehr wehmuͤthig geworden bei der Erinnerung an jenen Herbſtmorgen, wo der Hirtenſohn von Friedberg als der Lebensretter des Grafen und deſſen Tochter hoch auf dem Kutſchbock in den Schloßhof hineingerollt war und ſeine Dienerlaufbahn begonnen hatte. Nachdem nun auch Bollinger vielerlei von ſeinem einſtigen Freunde und Ge⸗ noſſen erzaͤhlt und in ſeine Rede manche verſteckte Lob⸗ rede auf den freien Schuͤtzenſtand eingeflochten hatte, ging man auf das zunächſt liegende Kapitel uͤber und ergoß ſich in Schaͤtzung und Bewunderung des wohlverdienten Gluͤckes, deſſen der junge Graf Andreas und ſeine Braut