Teil eines Werkes 
2. Theil (1848)
Entstehung
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Ja, bei einem ſterbenden Maͤdchen, deſſen Herz innerhalb der Steinwaͤnde eines finſtern Gefaͤngniſſes bricht! ſagte Andreas tontosich ſprach von Ger⸗ trud, deren Geſchichte ich Dir erzaͤhlt habe!

Heiliger Gott, iſt es dahin mit ihr gekommen! fragte aͤngſtlich Lydia, deren Beſorgniſſe ploͤtzlich zerſtreut waren.Deine Schilderungen haben mir fuͤr dieſes wun⸗ derbare Maͤdchen eine ſo innige Theilnahme eingefloͤßt, daß mich der Gedanke, ſie in Noth und zu wiſ⸗ ſen, auf's Hoͤchſte beunruhigt!

Sie wird bald die Ruhe finden, die ſie einzig noch zu hoffen hat! fuhr Andreas fort.Ich habe ſie geſtern wahrſcheinlich zum letzten Male geſehen im Kriminalgefaͤngniſſe zu Muͤnchen, auf ein elendes Stroh⸗ lager gebettet, abgezehrt zum Gerippe, und ſo ſchwach, daß ſie kaum noch vermochte, mir ihre kalte Hand zu reichen. Lydia, ich habe geweint beim Anblicke dieſes ungluͤcklichen Opfers der unerbittlichen, eiſernen Geſetze, an der man kaltbluͤtig einen ſchmachvollen Juſtizmord begeht. Ich will Dir ihr Schickſal erzaͤhlen, Lydia, ob⸗ wol ich Dir dadurch eine traurige Stunde bereite.

Du weißt, daß es meinem ehemaligen Gefaͤhrten Mathias Kloſtermeier gelang, aus dem Muͤnchner Ge⸗ faͤngniſſe zu entkommen und zwar auf eine ſo kuͤhne, bewundrungswuͤrdige Weiſe, daß dieſe Flucht ihn form⸗ lich zum Helden des Tages machte. Die Behoͤrden wa⸗ ren mit dieſer Entweichung durchaus nicht zufrieden und wendeten Alles an, des Entflohenen wieder habhaft zu