Teil eines Werkes 
2. Theil (1848)
Entstehung
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ſo ſchwenkt er froͤhlich gruͤßend ein weißes Tuch, und zur Antwort ſchwebt auch von oben Lydias Schleier im Winde.

Fuͤnf Minuten ſpäter halten die Reiter an der Auf fahrt, und waͤhrend zwei derſelben Herrn Binzgo in die Dienerhalle folgen, fliegt der dritte mit klirrendem Sporen⸗ tritt die Stiege hinan, oͤffnet die Thuͤr des erſten Ge⸗ machs und ſieht ſich von dem Arm der Geliebten um⸗ ſchlungen, die, zaͤrtlich und innig zu ihm aufblickend, ſeine ſuͤßen Kuͤſſe empfängt.

Andreas, Du haſt etwas auf dem Herzen! ſagte Lydia am andern Tage zu ihrem Verlobten, der nach aufgehobener Tafel neben ihr am Fenſter ſaß.Schon einigemal habe ich deine Blicke ertappt, wie ſie, wenn 3 du dich unbemerkt glaubſt, ſich nachdenkend, ja traurig zu Boden ſenken, und ſelbſt ein verſtohlener Seufzer iſt meinem ſcharfen Gehoͤr nicht entgangen. Augenblicklich ſollſt Du mir beichten, denn ich bin eiferſuͤchtig und Du haſt ganz das Anſehen eines ungluͤcklichen Liebhabers.

Kann es wol einen Gluͤcklichern auf der Welt ge⸗ ben, als ich es bin? verſetzte Andreas, Lydias Hand an ſeine Lippen druͤckend.Und doch haſt Du wenigſtens darin Recht, daß meine Gedanken, wenn ſie abweſend ſind und mich traurig machen, bei einem Maͤdchen verwei⸗ len!Andreas! hub Lydia erbleichend an und ent⸗ zog ihm zuſammenſchreckend ihre Hand.