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Tagen des Mais die nunmehr bis auf eine zuruͤckgeblie⸗ bene Schwaͤche voͤllig Geneſene zum erſten Male in den Garten hinausfuͤhrte, wo die Blumen und Blaͤtter eben ſo ſchnell und friſch keimten und ſproßten, als die Liebe in beider Herzen; wir wiſſen nicht, was ſie ſagte und dachte, als Andreas im Reiſeanzug in ihr Boudoir trat und ihr verſicherte, er muͤſſe nun wol laͤnger als eine Woche wegbleiben, da die neue Einrichtung auf dem Schloſſe Waldſee gar viel zu thun gebe und ſeine An⸗ weſenheit erfodere; nur ſo viel iſt uns verrathen worden, daß, als Lydia zoͤgernd und hocherroͤthend ihn fragte, wie lange ſie auf Rußberg, welches ihm fuͤr jene Schuldfo⸗ derung des Grafen Chriſtoph an Georg gerichtlich zuge⸗ ſprochen werden muͤſſe, verweilen duͤrfe, er laͤchelnd er⸗ widerte, die Antwort darauf wolle er jedenfalls nach ſeiner Ruͤckkehr geben.
Und als er wiederkam, zeitiger als Lydia gehofft und doch gar ſehnſuͤchtig erwartet hatte, uͤberreichte er ihr ein altes vergelbtes Papier, in welchem ſie kaum Zeit hatte, jene große Schuldfoderung zu erkennen; denn Andreas riß es ihr behend aus der Hand und warf es mitten in die Flammen des Kamins, die es dann in einem Nu zu Aſche verwandelten. Ehe Lydia ein Wort zu ſolchem Edelmuthe ſagen konnte, folgte dieſer uͤberra⸗ ſchenden Scene eine zweite, die ſie vollends wortlos machte und gluͤhend erroͤthen ließ; denn der Herr Couſin ließ ſich äußerſt grazioͤ auf ein Knie nieder, und foderte mit


