Teil eines Werkes 
2. Theil (1848)
Entstehung
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fuͤllt hatte. Sie liebte Andreas; ſie hatte ihn geliebt ſeit jener Begegnung an der Kirchthuͤr von Meitingen, wo der muntere kecke Jaͤgersmann ihr zum großen Ver⸗ druß des Herrn von Moͤllnitz einen Dienſt leiſtete. Seit jenen Tagen ſah ſie ſich von ſeinem Bilde verfolgt und je mehr ſie ſich bemuͤhte, ihre Gedanken Luͤgen zu ſtrafen, und das eigenſinnige Herz zu Pflicht und Ge⸗ horſam zuruͤckzubringen, je eifriger ſie das Bild des Juͤnglings aus den Sinnen wegzubannen ſtrebte, deſto tiefer faßte dieſe ſtille Liebe Wurzel, deſto ſchwaͤcher zeigte ſich der Widerſtand, welchen Vernunft und kalte Ueberlegung ihr entgegenſetzten. Der Verrath des Herrn von Moͤllnitz, der Lydias Ahnungen und Befuͤrch⸗ tungen hinſichtlich des Charakters ihres kuͤnftigen Lebens⸗ gefaͤhrten nur zu klar beſtatigte und ſie mit dem tiefſten Abſcheu gegen ihn erfullte, befreite ſie doch zugleich von den Feſſeln, welche ſie in kindlicher Unbekanntſchaft mit Welt und Leben und von Liebe und Gehorſam fuͤr den Vater veranlaßt ſich ſelbſt aufgeladen hatte, und als der Zeitraum einiger Wochen und das ſuͤße Gefuͤhl der Wie⸗ dergeneſung dem erſten, gewaltſamen Eindrucke jenes ver⸗ haͤngnißvollen Tages und deſſen Folgen nur einigerma⸗ ßen in ihrem Gemuͤth gemildert hatten, wendete ſie ſich voll inniger Dankbarkeit zum Himmel und ſagte, von einer nie gekannten Wonne durchſchauert, zu ſich ſelbſt: Nun bin ich frei!

Wir wiſſen nicht, ob ſie nicht noch mehr ſagte oder wenigſtens dachte, beſonders als Andreas in den erſten