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von den Folterqualen eines durch Reue und Gewiſſens⸗ qualen vergaͤllten Lebens befreite, hatten ſich die Ver⸗ haͤltniſſe im Schloſſe ſo ſchnell und ploͤtzich geaͤndert, daß es uns vergoͤnnt ſein wird, ſie in wenigen Worten zu⸗ ſammenzufaſſen und in ihrem Verfolge darlegen zu duͤr⸗ fen. Lydia, deren bisher wunderbar ausdauernde Kraft an dem Stetbebette des Vaters zuſammenbrach, ſchwebte einige Wochen hindurch, von einem heftigen Fieber er⸗ griffen, zwiſchen Tod und Leben. Inzwiſchen beſorgte Andreas die Beſtattung des Grafen, welche mit all' dem Prunke und der Wuͤrde, die die hohe Stellung des Verſtorbenen erfoderte, vollzogen wurde. Dabei wid⸗ mete er ſich ganz und mit der innigen Hingebung tiefer und wahrer Liebe der Pflege Lydia's und fühlte ſeine Bruſt von Entzucken geſchwellt, als er ſie raſch geneſen und einer Blume gleich, deren Haupt von Stuͤrmen umtobt und niedergebeugt war, nunmehr friſch und pran⸗ gend ſich emporrichten und wenn auch ſchmerzlich ergrif⸗ fen von dem Verluſte des Vaters, dennoch hoffend und mit neuem Leben muthig in die Zukunft hinausblicken ſah. Nun erſt ging er an die Ordnung ſeiner eigenen Angelegenheiten, welche mehre Reiſen nach Muͤnchen und Achen erfoderten. Waͤhrend dieſer wiederholten kur⸗ zern oder laͤngern Abweſenheiten, denen ſtets ein trauriger Abſchied voranging und ein zaͤrtliches Wiederſehen folgte, war ſich Lydia uͤber ein Gefuͤhl klar geworden, welches ſo lange ſchon in ihrem innerſten Gemuͤthe ſich geregt und fie oft mit Scham oder ploͤtlicher Aengſtigung er⸗
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