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Damit zog Jakob ein zuſammengefaltetes Papier aus der Taſche und reichte es ſeinem Sohne, der, nieder⸗ geſchmettert, in dumpfer Betaͤubung auf den zuͤrnenden Vater ſtarrte und ſein Herz von tauſend Qualen zerriſſen fuͤhlte. Mechaniſch oͤffnete er das Blatt, ſeine Augen durchflogen die Zeilen und immer bleicher und bleicher wurde ſein Antlitz. Als er zu Ende war, ließ er das verhaͤngnißvolle Blatt fallen, und ſank wie gelaͤhmt auf die Bank nieder.
Es war ein ſchmachvoller Steckbrief, der ihn und ſeine Genoſſen als Raͤuber und Wildſchuͤtzen brandmarkte und einen bedeutenden Preis auf ihre Haͤupter ſetzte!
Es erfolgte nun eine lange ſchreckliche Pauſe. Der ungluͤckliche Vater blickte ſtumm und finſter auf den Sohn nieder, an deſſen ſchwerer Schuld er nicht laͤnger zweifeln durfte. Allmälig nahm ſein ehrwuͤrdiges Geſicht den Ausdruck eines ſo tiefen Seelenſchmerzes, ſo troſt— loſen Kummers an, daß Mathias bei ſeinem Anblicke das Herz brechen wollte. Heiße Thränen ſtroͤmten uber ſeine Wangen und mit emporgehobenen Haͤnden ſank er vor dem Greiſe auf die Kniee, ohne eines Wortes maͤch⸗ tig zu ſein. Als Jakob die Reue und Zerknirſchung ſeines Sohnes bemerkte, ſchien ein Strahl von Hoffnung in ſeinem gequaͤlten Herzen aufzuleben. Elternliebe iſt ſo gern geneigt zu vergeben und liebend zu vergeſſen; die Veigangenheit eines ungerathenen Kindes, ſie ſei auch noch ſo ſchwer bezeichnet durch die traurigſten Ver⸗ irrungen, bedeckt das heilige, unerſchoͤpfliche Gefuͤhl der Liebe


