24 himmel ſeiner Gegenwart auf und echellten dieſelbe mit mildem, troͤſtendem Glanze. Gertrud ſchloß ſich mit un⸗ begrenztem Vertrauen an ihn an; es waren nicht allein die Worte des ſterbenden Vaters, nicht allein das innige Mitgefuhl, die wahre und tiefe Theilnahme des Jaͤgers, welche ſie zu ihm hinzogen, eine geheimnißvolle Sym⸗ pathie vielmehr, das Machtgebot einer innern Stimme ließ ſie in Mathias Denjenigen erkennen, deſſen Schick⸗ 1 ſal mächtig in das ihrige hereinrage und dem ſie ihr ganzes Denken und Fuͤhlen, ihr ganzes Geiſtesleben
unterwerfen muͤſſe.
So waren drei Wochen verſtrichen, als Mathias ſich eines Morgens aufmachte und, des Verſprechens ein⸗ gedenk, welches er beim letzen Scheiden ſeinem alten Vater gegeben hatte, den Weg nach Erbach einſchlug. So ruͤſtig er auch einherſchritt, gelangte er doch erſt ge⸗ gen Abend an den Ort ſeiner Beſtimmung und rief dem Vater, der wieder, wie ſonſt, auf der Bank unter der Linde ſaß, ſchon von Weitem ein froͤhliches Willkommen entgegen. Aber obgleich Jacob ſeinen Sohn freudig in die Arme ſchloß und deſſen liebreiche Fragen nach ſeinem Wohlbefinden beantwortete und erwiderte, ſo gewahrte Ma⸗ thias doch bald genug, daß eine truͤbe Wolke die Stirn des Alten umſchattete und irgend ein geheimer Kummer auf ſeiner Seele laſtete. Wie geſprächig, wie neugierig, munter und ſchwatzhaft war der alte Jacob ſtets bei Zuſammenkuͤnften mit ſeinem Sohne geweſen, wie hatte ſein ganzes Weſen ſich ſtets vergnugt gezeigt, wenn Ma⸗


