Teil eines Werkes 
2. Theil (1848)
Entstehung
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ſeines Lieblings; waͤre es auf ihn angekommen, er haͤtte Ja geſagt zu dem tollſten Unternehmen, wenn Andreas dadurch die mindeſte Ausſicht geboten worden ware, ſeine Anſpruͤche geltend zu machen. Mathias hatte daher ge⸗ nug zu thun, um den Alten im Zaume zu halten, der der Meinung war, man muͤſſe den Knoten mit dem Schwerte zerhauen und den Grafen zum Beiſpiel sans facon niederſchießen, worauf ſich alles Andere ſchon fin⸗ den werde. Und ſicher wäre Andreas ſelbſt längſt zu demſelben Reſultate gelangt, wenn der Gedanke an Ly⸗ dia, die er heißer und inniger liebte, als je, eine ſolche Unthat ihm nicht eben ſo verabſcheuungswerth als zweck⸗ los hätte erſcheinen laſſen. Der Wunſch, ſie zu be⸗ ſitzen, deren hehres Bild er tief im Herzen mit ſich her⸗ umtrug, war ja der ſtärkſte Impuls zur eifrigen Ver⸗ folgung ſeines Rechtes und oft genug legte er ſich ſelbſt das Geſtaͤndniß ab, daß er fuͤr ſie und mit ihr gern das niedrigſte Loos, Armuth und Zuruͤckgezogenheit, dem Glanze eines edlen Mannes und dem Genuſſe des Reich⸗ thums vorziehen wuͤrde. Seit jener verhaͤngnißvollen Nacht war er nicht mehr in die Naäͤhe des Schloſſes zu⸗ ruͤckgekehrt, welches er ſonſt gar oft mit klopfendem Her⸗ zen zu umſchleichen pflegte und entzuͤckt aufjubelte, wenn ein freundliches Schickſal ihm nur minutenlang den An⸗ blick des herrlichen, in hoher Schoͤnheit und Anmuth ſtrahlenden Maͤdchens gewaͤhrte. So groß ſeine Sehn⸗ ſucht war, er durfte es nicht wagen, ſeine ſtillen Liebes⸗ wanderungen zu wiederholen, wollte er ſich nicht der