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Hausthuͤr oͤffnete, war ein kleiner, magerer Mann mit einem pergamentfarbigen Geſichte, welchem unverkennbar der Charackter entſchiedener Dummheit in allen Zuͤgen aufgepraͤgt war. Die haſtigen Fragen der beiden Rei⸗ ſenden nach dem Kirchenbuche ſchienen ihn in ausneh⸗ mende Verwunderung zu ſetzen, denn er ſchlug klatſchend
die Haͤnde zuſammen und wiegte den Kopf einige Mi⸗
nuten lang auf den Schultern hin und her, ehe es ihm beliebte, Andreas raſche und dringend wiederholte Er⸗ kundigen einer Antwort zu wuͤrdigen. Und dieſe war in der That wenig troͤſtlich. Der Kuͤſter berichtete, daß das Kirchenbuch der Gemeinde erſt ungefaͤhr ſechs Jahr alt ſei, das fruͤher vorhandene ſei zugleich mit dem vor laͤngerer Zeit wegen Unthaͤtigkeit und Amtsverſäumniß abgeſetzten Magiſter Tilleſius verſchwunden, deſſen jetzigen Aufenthalt Niemand kenne, und der es wahrſcheinlich zu Makulatur verbraucht habe. Als der Kuͤſter den jaͤhen Schreck der Fremden ob dieſer Kunde bemerkte, ſchuͤttelte er noch einmal hoͤchſt bedeutſam den Kopf und meinte, er koͤnne nicht begreifen, wie das alte verlorene Kirchen⸗ buch, nach welchem bisher kein Menſch gefragt, ploͤtzlich ein Ding von ſo großer Wichtigkeit geworden ſein koͤnne; denn ſie ſeien nicht die Erſten, welche ſich danach erkun⸗ digten, indem erſt vor einer halben Stunde der gnädigſte Graf von Waldſees auf Rußberg ſeine— naͤmlich des Kuͤſters— niedere Huͤtte mit dem Beſuche beehrt und eben ſo angelegentlich als leider vergeblich nach dem ver— mißten Opusculo geforſcht habe.


