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ihn zu ihrem Vertrauten gemacht und ſelbſt in den Schlupfwinkel des Vaters gefuͤhrt. Bald darauf aber waren die Jäger fortgezogen in die Berge hinein nach den Grenzen Tyrols und erſt vor einigen Wochen kehr⸗ ten ſie hieher zuruͤck und fanden den Fluͤchtling und ſein reizendes Toͤchterlein noch in dem alten Aſyl. Wie herrlich und ſiegreich war Gertruds Schoͤnheit in den zwei Jahren emporgebluͤht! wie glaͤnzend wallte ihr prachtvolles, ſchwarzes Haar um das zwar blaſſe, aber von einem unwiderſtehlichen Zauber des Liebreizes beſeelte Antlitz! Welche tiefe Innigkeit, welche ſeelenvolle Schwaͤr⸗ merei ſprach aus dieſen großen dunklen Augen, die unter den langen Wimpern ſich bargen wie ein tiefer See; wie ſchlank und biegſam zeigte ſich ihre Geſtalt, zart und feenhaft, aber von den edelſten Formen, wie ſie des Ma⸗ lers und Bildhauers gelaͤuterte Phantaſie nicht tadelloſer ſchaffen koͤnnen. Und dann jenes milde, traͤumeriſche Weſen, welches ſie beſerlte, zugleich jene holdſelige Kind⸗ lichkeit, die ihr geblieben war im gruͤnen Walde unter dem dnftenden Blaͤtterdache, fern von dem Laͤrmen, den Kuͤnſten und Kenntniſſen der Stadt— Alles vereinigte ſich in dieſem ſeltenen Maͤdchen, um es zu der herrlich⸗ ſten Zierde ihres Geſchlechtes zu machen. So glich ſie einer prachtvollen Blume, an der bewundernd und ent⸗ zuͤckt die Blicke von Tauſenden gehangen haͤtten, waͤre ſie dem reichen Kunſtgarten der Reſidenz entſproſſen; aber ſie bluͤhte einſam im tiefen, ſtillen Walde und dar⸗ um aber nur um ſo herrlicher.


