Teil eines Werkes 
2. Theil (1848)
Entstehung
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uͤber das Bette des Sterbenden und das trauernde Maͤdchen webte.

Im Grunde iſt es fuͤr die Kleine ein Gluck, daß der Alte hingeht, nahm Bollinger wieder fluͤſternd das Wortnichts kann ſie nunmehr hindern, in die Welt zuruͤck zu kehren und zu leben wie andere Men⸗ ſchen, nachdem ſie acht Jahre aus purer Kindesliebe ſich in dieſem truͤbſeligem Gemaͤuer verſteckt und arm und barfuß in Wald und Feld herum geſchweift iſt. Ihr koͤnnen ſie des Vaters Flucht ſo wenig zur Laſt legen, wie ſein Verbrechen, und hat ſie erſt die Freuden der Geſelligkeit gekoſtet und durch Unterricht und Umgang ſich gebildet, ſo bin ich uͤberzeugt, daß ſie in Muͤnchen kein geringes Aufſehen machen wird; einerſeits wegen ihres merkwuͤrdigen Schickſals, andererſeits, weil ſo'n wunderſchoͤnes Maͤdel nicht alle Tage in der Reſidenz zu ſchauen iſt.

Die einfache und in der That praktiſche Argumen⸗ tation ſeines alten Freundes und Genoſſen ſchien auf Mathias gleichwol einen herben Eindruck zu machen, und der Blick, den er nach Bollingers Eroͤrterung feſt und beinahe mißtrauiſch auf Gertrud haften ließ, duͤrfte einem ſcharfſinnigen Pſychologen das raſche Enthalten eines Gefuͤhles verrathen haben, welches ſchon laͤngſt leiſe und wie ein zartes Daͤmmerbild ſeines Herzens Grunde entſproſſen war. Vor laͤnger als zwei Jahren hatte Mathias ſie bei jenem nachtlichen Ritte, dann aber in den Ruinen ſelbſt kennen gelernt. Sie hatte

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