Teil eines Werkes 
2. Theil (1848)
Entstehung
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nur in den ſeltenſten Fällen unter dem weiblichen Ge⸗ ſchlechte finden; gleichwol wirkte der Gedanke einer Tren⸗ nung von dem Vater beinahe zermalmend auf ihr Ge⸗ muͤth, und um ſo mehr, je feſter eine furchtbare Kata⸗ ſtrophe und deren Folge ihr Schickſal, ihr ganzes Sein und Weſen mit dem ungluͤcklichen Manne verknuͤpft hatten. Er war der einzige Gegenſtand ihres Denkens und Thuns, ihrer zarten, unendlichen Sorgfalt und Liebe geweſen; fur ihn hatte ſie bettelnd das Land durch⸗ zogen in Froſt und Hitze, in Sturm und Regen; fuͤr ihn hatte ſie den Spott leichtfertiger und gefuͤhlloſer Menſchen ertragen und nichts, nichts beachtet, weil ihr großes, edles Herz nur allein von des theuren Vaters Bilde ausgefuͤllt war. Und er wollte nun von ihr gehen und ſie zuruͤcklaſſen, allein in einer Welt, die ſie nicht kannte, unter Menſchen, deren ſie nur wenige ſchaͤtzen gelernt hatte! Der Gedanke brachte ſie zur Verzweif⸗ lung und ließ ſie im Verlauf dieſer traurigen Stunde hundertmal den heißen, innigen Wunſch zum Himmel ſenden, er moͤge ſie mit dem Vater vereint abrufen in das Land des Friedens.

Dieſen Gemuͤthszuſtand des armen Maͤdchens er⸗ kannte Mathias wol, darum ruhten ſeine Blicke ſo lange und truͤbe auf dem holden, bleichen Geſichtchen und der ſchlanken, ietzt unter der Laſt des Schmerzes gleichſam niedergedruckten Elfengeſtalt. Der Sterbende aber hatte wieder lange vor ſich hingeblickt, gleich als muͤſſe er ſeine Gedanken ſammeln oder als ſchaue er