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des Scheidens ſei erſchienen. Aber noch war der Fie⸗ berparorismus nicht voruͤber. Der Greis geſtikulirte heftig mit den Haͤnden in der Luft und eine dunkle, hektiſche Roͤthe brannte, ein untruͤgliches Todesmal, auf ſeinen gefurchten Wangen.
„Gertrud, bete! bete!“— fluͤſterte er leiſe und zog die Weinende haſtig an ſich—„bete fuͤr Deinen Vater, wenn du fuͤr einen Moͤrder beten kannſt! Ha, ein Moͤrder!“ ſchrie er ploͤtzlich mit heiſerer Stimme
auf—„er nannte mich einen Moͤrder, er ſagte es mir. Hoͤrt, Ihr Maͤnner da, und Du mein Kind, horche wol auf meine Rede— und dann bete, bete
fuͤr mich und fuͤr die Seele deiner armen Mutter!“ Er hielt einen Augenblick inne und ſein Haupt ſank matt auf die keuchende Bruſt nieder; Mathias ruͤckte ihm mitleidig die Kiſſen zuruͤck, doch konnte er ſich eines leiſen Schauders nicht erwehren bei dem Ge⸗ danken, daß ein mit blutiger Schuld Beladener nunmehr vor der dunklen Pforte der Ewigkeit ſtand und noch einmal, von der Geißel des peinigenden Gewiſſens ge⸗ trieben, ruͤckwaͤrts ſchauen mußte. Deſto inniger und mit deſto theilnehmenderer Wehmuth haftete ſein Blick auf Gertrud, die zuſammenzubrechen ſchien unter der Laſt des ungeheuren Jammers Die außerordendlichſten Schickſale und die harte Schule der Nothwendigkeit, in welche ſie ſo fruͤh eingefuͤhrt worden war, hatten aller⸗ dings ihrem Charakter eine Staͤrke und Feſtigkeit, eine gewiſſe maͤnnliche Entſchiedenheit verliehen, wie wir ſie
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