Teil eines Werkes 
2. Theil (1848)
Entstehung
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lchelnde Erde hinſäuſelte und Blumen und Bluͤthen mude ihre duftenden Kelchen ſchloſſen. Draußen ließ eine milde, ruhige Freude dem Wanderer das Herz aufgehen, waͤh⸗ rend hier der kalte Tod und ſein finſterer Begleiter Schmer, die Bruſt zuſammen ſchnuͤrten und das Auge umflorten.

Eine leiſe Bewegung des Sterbenden verrieth, daß er die Abſicht habe, noch einige Worte an ſeine Tochter zu richten, bevor ſeine Seele, ſich der irdiſchen Bande entringend, feſſelfrei in ihr lichtes Heimathland zuruͤck⸗ kehre. Mathias trat hinzu und ſtuͤtzte ſorgſam des Greiſes zitterndes Haupt, deſſen erloͤſchende Blicke mit dem Ausdrucke unendlicher Liebe und einer tiefen Weh⸗ muth auf dem in Thraͤnen zerfließenden Maͤdchen ruh⸗ ten. Mit der letzten Kraftanſtrengung preßte er die kalte Hand des Kindes an ſeine Bruſt und ſeine beben⸗ den Lippen ſchienen in heißen Gebeten des Himmels reichſten Segen auf ihr dunkellockiges Haupt herabzu⸗ flehen.

Gertrud, es iſt aus mit mir nahm er nach einer langen Pauſe mit ſchwacher, hohlklingenden Stim⸗ me das Wortder Vater im Himmel ruft mich ab und bald werde ich vor ſeinem Throne ſtehen.

Vater! Vater! verlaß mich nicht! aͤchzte das Mädchen verzweifeltich muß vergehen in dieſer kalten, fremden Welt ohne Dich; ich kann nicht leben ohne meinen Vater!

Ein ſchmerzvolles Lacheln flog uͤber die ſtarren Zuͤge des Greiſes.Du haſt mich geliebt, wie vielleicht kein