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Gebäudes, deſſen Bewohner, unbezweifelt durch dieſen Nothruf erweckt, von allen Seiten herbeiſturzen und den Fluͤchtlingen den Ruͤckzug abſchneiden mußten. Mit einem grimmigen Fluche fuhr Mathias empor, waͤhrend ſein Gefahrte im erſten Moment die Abſicht zeigte, nach dem Bibliothekzimmer zuruͤckzukehren.„Der alte Schurke verraͤth uns!“ knirſchte Maͤthias—„ ich haͤtte es ahnen konnen! Wehe ihm, wenn ſein boͤſes Schickſal ihn noch einmal mit mir zuſammenfuͤhrt!“
Beide taſteten jetzt mit zitternder Haſt an der Ober⸗ fläche der Thuͤr nach der Feder, durch deren Druck ſie geoͤffnet werden konnte— aber vergebens!„Jeſus Maria, hilf uns!“ betete Mathias—„ich ſage Euch, Andreas, wenn Ihr in des Grafen Haͤnde fallet, er bringt Euch um des Papieres willen um! da hoͤre ich
ſchon Tritte und verworrenen Laͤrm!“
Wirklich ward es jetzt draußen lebendig. Thuͤren wurden geoͤffnet und zugeworfen und laute Stimmen ſchrien in den Souterains, wo die Dienerſchaft ſchlief, durcheinander. Dazwiſchen toͤnte noch immer der gellende Klang der Glocke, als wolle ſie nicht Schlummernde, ſondern Todte erwecken. Und ſie, denen das verrätheri⸗ ſche Signal galt, waren gefangen und tappten in un⸗ durchdringlicher Finſterniß vergebens nach der Rettung verheißenden Springfeder.„Allmäͤchtiger Gott!“ ſtoͤhnte Andreas—„ſtehe mir bei in dieſer Stunde und laß mein Recht nicht unterliegen im Kampfe mit Verrath und treuloſer Gewalt!“


