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„Allmaͤchtiger Gott! welch' ein Ungeheuer von Hab⸗ ſucht und Hartherzigkeit! aͤchzte der Graf.
„Ich bin noch nicht zu Ende,“ ſagte Andreas gleichmuͤthig.„Wenn Sie, Herr Graf von Waldſees, hin⸗ gegen das beruͤhrte Verloͤbniß binnen drei Tagen trennen, den Lieutnant von Moͤllnitz aus dem Schloſſe entfernen und ſich meine Bewerbung, die Bewerbung des Grafen Andreas von Waldſees um Ihre Toch⸗ ter Lydia genehm ſein laſſen,— ſo iſt die Streitfrage wegen unſres Beſitzthumes von ſelbſt geloͤſt und Sie haben nichts mehr zu befuͤrchten, weder fuͤr ſich, noch fuͤr Lydia.“
Der Graf ſprang auf und ſchleuderte den Seſſel hinter ſich.„Sind Sie raſend?“ ſchrie er mit heiſerer Stimme und ſeine Augen flammten—„Sie wollen um meine Tochter werben? Herr, das iſt ein Scherz, — ein Scherz, der mich erſchrecken und verſpotten ſoll!“.
„Sehe ich aus wie Einer, der gekommen iſt, Spaß zu treiben?“ ſagte Andreas mit ſchneidender Kaͤlte.„Mein Antrag behagt Ihnen nicht; nun wol, Sie moͤgen Gruͤnde haben, mich als Schwiegerſohn zu verwerfen — ich werde alſo ungehindert und ohne Ruͤckſicht neh⸗ men zu duͤrfen die Anwartſchaft auf mein vaͤterliches Erbe verfolgen.“
„Aber Lydia iſt längſt die verlobte Braut des Herrn von Moͤllnitz und liebt ihn! Wollen Sie, daß ich ihr befehle, ihre Geſinnungen und Gefuͤhle ploͤtzlich auf Sie


