Teil eines Werkes 
1. Theil (1848)
Entstehung
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Zimmer verließ, gleichfalls auf. Seine lange, ent⸗ ſetzlich abgemagerte Geſtalt war gebuͤckt und hinfaͤllig, und als er, nachdem er ſeiner Tochter mit einem zaͤrt⸗ lichen Kuſſe gute Nacht gewuͤnſcht, einen zweiten, bereit⸗ ſtehenden Armleuchter ergriff, flog dieſer in ſeiner zittern⸗ den Hand hin und her. Langſam und mit ſchleppenden Schritten verließ der Greis das Gemach nnd ging den Korridor entlang und die Thurmtreppe hinauf nach den Bibliothekzimmer. Dort angelangt, verſchloß er haſtig die Thuͤr und trat an's Fenſter. Als er ſah, daß der Mond hoch an dem klaren, tiefblauen Himmel ſtand und ſein kalter Schein ſich hell uͤber die ganze Gegend ergoß, ſchauderte er zuſammen und ließ ſchnell die Vorhaͤnge nieder. Dann ſchritt er, die Haͤnde auf dem gekruͤmm⸗ ten Ruͤcken, langſam im Zimmer auf und ab, bis er ploͤtzlich vor dem geoͤffneten Schreibtiſche ſtehen blieb, als ſei ein raſcher Gedanke in ihm aufgeſtiegen. Er ſtreckte den Arm nach einem der vielen, prächtig fournirten Schreibfaͤcher aus, ließ ihn aber, jaͤh zuſammenſchreckend, wieder ſinken und begann auf's Neue ſeine einſame Wan⸗ derung. Aber ſo oft er vor dem Sekretair vorbeikam, hemmte er ſeine Schritte, wie von einer unſichtbaren Gewalt gezwungen, das Schubfach zu oͤffnen, waͤhrend er gleichwol wie vor Furcht und Entſetzen bebte, ſo oft er die ſilberne Handhabe deſſelben zu erfaſſen Miene machte. Endlich ſchien er ſich zu ermannen; in jener verzweifelten Haſt, mit der wir gewaltſam irgend ein duͤſtres Schreckniß, eine furchtbare Gefahr zu uͤberwinden