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Lydia ſah ihn ſchmerzlich an und eine Thraͤne glaͤnzte in ihren Augen.
„Sie wiſſen, daß jenes launenhafte und kokette Weſen, welches Viele meines Geſchlechts fuͤr ein ihnen gebuͤhrendes Recht zu halten geneigt ſind, mir ſtets fremd, ja verhaßt war,“ ſagte ſie.„Wenn mich Ihre Worte betruͤbten, ſo war dies vielleicht thoͤricht, keines⸗ wegs aber erheuchelt. Sie haben mir wehe gethan, Arthur.“
„Ich habe Ihnen wehe gethan!“ wiederholte Herr von Moͤllnitz im Tone tiefer Traurigkeit.„Bedarf es mehr, mich grauſam zu beſtrafen dafuͤr, daß meine heiße Liebe mich einen Augenblick ungerecht ſein ließ, daß ſchon der entfernte Gedanke, irgend ein Sterblicher koͤnne es wagen, ſeine Blicke zu Ihnen zu erheben, mich dem qual⸗ vollſten Schmerze Preis gab? Lydia, ich ſchwoͤre Ihnen bei Gott, es war nicht Mißtrauen gegen Sie, die Herr⸗ liche, Reine, was im Laufe der juͤngſt verfloſſenen Tage meine Stirn umwoͤlkte und meine Worte bitter machte— aber was ich ſah, was ich bemerkte—“
„Nun denn, was ſahen, was bemerkten Sie, Herr von Moͤllnitz?“ unterbrach ihn Lydia mit ſtolzer Kalte. „Endlich wird es Ihnen gefallen, mir den Schluͤſſel zum Verſtaͤndniß jener firen Ideen zu geben, von denen Sie ſeit acht Tagen beherrſcht zu werden ſcheinen.“
„Ich glaube, Theuerſte, Sie wuͤrden mich wahr⸗ haftig ohne Gewiſſensſkrupel und mit Vergnuͤgen fur toll erklären,“ erwiderte der Lieutenant empfindlich.


