Teil eines Werkes 
1. Theil (1848)
Entstehung
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Baierns, ehelich verbinden. Wie ein Blitzſtrahl aus hei⸗ terem Himmel traf dieſe Nachricht den Baron Georg; in der erſten Aufwallung ſetzte er ſich hin und ſchrieb dem Bruder einen Brief, der bei der bekannten und all⸗ gefuͤrchteten Leidenſchaftlichkeit Georgs gewiß nicht geeig⸗ net war, einen bevorſtehenden Bruch zu verhuͤten. Aber mehre Wochen vergingen und keine Antwort erfolgte, wodurch die Wahrheit des unſeligen Geruͤchts ſich nur allzuſehr beſtätigte. Der Graf verlebte dieſe Zeit in einem Zuſtande, der nahe an Wahnſinn grenzte; er ſchlief nicht und Speiſe und Trank ſchienen ihm zu Gift und Wermuth zu werden. Seine Wangen wurden bleich und hohl, und aus den tiefliegenden Augen flammte eine fie⸗ briſche, unheimliche Glut. Tagelang irrte er zu Pferde in der Gegend umher, und Niemand wunderte ſich mehr, wenn er wie ein Raſender den Huͤgel hinabjagte und achtundvierzig Stunden und noch länger wegblieb. Eines Tages lagen die Bewohner des Schloſſes ſchon im ſuͤßen Schlafe begraben, nur der Graf ſaß ſtarr und regungslos wie ein Wachsbild am Bette ſeines ſchlummernden Kindes, als heftige Schläge am Thore einen ſpäten Beſuch ankuͤndigten. Als der Kaſtellan öff⸗ nete, reichte ihm ein mit Staub und Schweiß bedeckter Courier einen ſchwarz geſiegelten Brief mit dem Auftrage, ihn ſogleich dem Grafen einzuhandigen.—„Ei, das iſt wol gar eine Trauerbotſchaft?“ fragte beſtuͤrzt der Alte und drehte das Schreiben rechts und links.„Leider, lei⸗ der!“ war die Antwort,„des Herrn Grafen Bruder iſt