Teil eines Werkes 
1. Theil (1848)
Entstehung
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mit dem Pferde geſtuͤrzt und todt gefunden worden.“— Athemlos rannte der erſchrockene Kaſtellan hinauf und uͤberreichte dem Grafen das Unglucksſchreiben; aber er fuhr entſetzt zuruͤck und bekreuzigte ſich, als er in das erdfahle, grauenhaft verzerrte Geſicht des Grafen ſchaute, der raſch den Brief erbrach und, nachdem er kaum einen Blick hineingethan, ihn mit einer Gebehrde des Abſchems in die Flamme des Kamins warf.

Den naächſten Tag reiſte er mit ſeiner Tochter nach Waldſees, dem beſtaͤndigen Wohnſitz des verſtorbenen Bru⸗ ders und geleitete denſelben zur letzten Ruheſtaͤtte. Alle Anweſende, welche der Leichenfeierlichkeit beiwohnten, wa⸗ ren geruͤhrt ob des ungeheuchelten Schmerzes und der tiefen Erſchuͤtterung des Grafen. In der Familiengruft, deren dunkle Hallen nun den vor wenig Tagen noch ſo lebensfrohen, mit Plaͤnen und hohen Ausſichten Beſchaͤf⸗ tigten aufnahmen, ward Georg ohnmaͤchtig und verfiel, als er wieder zu ſich kam, in eine dumpfe Apathie, welche wol geeignet war, die groͤßten Beſorgniſſe zu erwecken. Endlich ſchien es, als ob die vielfachen, trockenen Ge⸗ ſchaͤfte und Unterhandlungen, welche die Uebernahme des ihm nunmehr ohne Widerſpruch zufallenden Erbes mit ſich brachten, ihm die Nothwendigkeit einleuchten ließen, den Gram zu bekaͤmpfen und ſich dem Leben und deſſen praktiſchen Anfoderungen wieder zu widmen. Und dies geſchah denn auch, obwol eine gewiſſe fieberhafte Unruhe und das Nebelgewoͤlk eines unheilbaren Kummers nimmer von ihm wichen und ſeine Reizbarkeit zu einem fuͤr ſeine