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wirken. Er ließ ploͤtzlich den Prozeß fallen und that ge⸗ gen ſeinen Bruder die erſten Schritte zur Verſoͤhnung in einer Weiſe, die dem ſtolzen und etwas beſchraͤnkten Chri⸗ ſtoph viel zu ſehr ſchmeichelten, als daß er ſich haͤtte un⸗ zugänglich finden laſſen ſollen. Eine Zuſammenkunft fand ſtatt, deren Verlauf Niemandem bekannt wurde, die aber in ihren Folgen die ſchoͤnſten Fruͤchte zu tragen ſchien. Chriſtoph beſuchte ſeinen Bruder und verweilte mehre Wochen auf Schloß Rußberg, waͤhrend welcher Zeit er die zehnjaͤhrige, wunderliebliche Lydia ſo lieb ge⸗ wann, daß er erklaͤrte, niemals zu heirathen, nur um ſeiner kleinen Elfenkoͤnigin, wie er das Maͤdchen ſtets ſcherzend nannte, die Erbſchaft ſeiner Beſitzthuͤmer zu ſichern. Ja er gewann es ſogar uͤber ſich, durch ein be⸗ traͤchtliches Darlehn ohne Zinſen des Bruders zerruͤttete Finanzen zu ordnen, und ehe drei Jahre verfloſſen wa⸗ ren, dachte Niemand daran und Niemand konnte eine Spur entdecken, daß dieſe beiden Maͤnner, die einander zum Beduͤrfniß geworden waren, ſich jemals feindlich ge⸗ genuͤber geſtanden hatten.
Da drohte ein Geruͤcht, welches muͤßige Zwiſchen⸗ träger nach Rußberg gebracht hatten, die Eintracht auf's Neue und vielleicht fuͤr immer zu zerſtoͤren. Es hieß, der Graf Chriſtoph wolle, nachdem er lange genug ſich durch den vertrauten Umgang mit Tänzerinnen und an⸗ dern gefälligen Damen fuͤr die Entbehrungen eines frei⸗ willigen Cölibats ſchadlos⸗gehalten, nunmehr ſich mit der Tochter des Miniſters H., einer der reichſten Erbinnen


