tig an der Thuͤr, daß ſie in ihren Fugen aͤchzte— aber vergebens, der Riegel war ſtark und leiſtete jeder Be⸗ muͤhung Widerſtand. Die heimliche Berathung ſchien fortgeſetzt zu werden, und die Stimmen wurden allmaͤlig lauter; endlich klopfte es langſam und gemeſſen an die Thuͤr. Lydias Blut gerann zu Eis, ſie fuhlte ſich an allen Gliedern gelaͤhmt, und auch der Graf mußte ſich Zwang anthun, als er in unbefangenem Tone fragte: „Wer iſt da draußen?“
„Ich bin es, der Kutſcher, Euer Gnaden!“ ertoͤnte eine Stimme, welche ſich Muͤhe gab, der des Genannten zu gleichen, die aber der Graf ſogleich als eine fremde erkannte.—„Laſſen Sie mich ein, ich habe eine wich⸗ tige Mittheilung zu machen.“
„Ihr verſucht vergebens, mich zu taͤuſchen!“ erwi⸗ derte der Graf, und ſpannte den Hahn der Piſtole, ſo daß die draußen das Knacken deutlich vernehmen konn⸗ ten.„Mag Eure Abſicht ſein, welche ſie will, dem Er⸗ ſten, der es wagt, einzudringen, jage ich eine Kugel durch den Kopf.“
Wieder ward es ſtille. Ploͤtzlich aber donnerten hef⸗ tige Schlaͤge an die Thuͤr, und eine rauhe Stimme ſchrie:„Mach auf, Mann, oder wir laſſen Dich ſammt dem Frauenzimmer uͤber die Klinge ſpringen.“ Und mit wilden Fluͤchen und laͤrmendem Geſchrei krachten Kolben⸗ ſtoͤße und maͤchtige Fußtritte an die wankende Thuͤr. Lydia ſtieß einen Schrei des Entſetzens aus und ſtuͤrzte ihrem Vater in die Arme, als wolle ſie bei ihm Schutz


