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von mehren unterdruͤckten Männerſtimmen, ihn auf's Neue an ſeinen Lauſcherpoſten feſſelte. Auch das Maͤd⸗ chen hatte das Geraͤuſch vernommen und ſtieß einen lei⸗ ſen Angſtſchrei aus.
„Es iſt nichts,“ ſagte der Graf nach einer Weile und ſchloß bedaͤchtig das Fenſter.„Der Wind ſauſet in dem Schornſteine, und in der Nacht ſind wir gar zu leicht geneigt, uns durch Bilder einer aufgeregten Phan⸗ taſie erſchrecken zu laſſen. Nimm den Dante und lies ein Stuͤck vor; es iſt beſſer, die Phantaſie mit allen Schauern der Hoͤlle zu beſchaͤftigen, als mit Moͤrdern und Spitzbuben.“
Lydia gehorchte und holte ihr Lieblingsbuch aus der Reiſetaſche. Aber ihre Stimme zitterte beim Leſen, und es war ihr, als ſei ein nebelhafter Flor uͤber das glaͤnzende Velinpapier gelagert. Auch die Gedanken des Grafen ſchweiften in ganz andern Regionen, und es war erſichtlich, daß er die Lektuͤre nur vorgeſchlagen hatte, um die Aufmerkſamkeit ſeiner Tochter von ſich ſelbſt ab⸗ zulenken. Er war in dumpfes Hinbruͤten verſunken; um ſeine zuſammengepreßten Lippen zuckte ein unend⸗ licher Seelenſchmerz, und ſeine Bruſt hob und ſenkte ſich unter raſchen, beklommenen Athemzuͤgen. Bisweilen fluſterte er ganz unhoͤrbar etwas vor ſich hin, oder ſeine Augen rollten wild und unſtaͤt im Zimmer umher, ohne jedoch die Eindruͤcke der Gegenſtaͤnde wahrzunehmen. Lydia hatte ſchon lange aufgehoͤrt zu leſen und den Grafen mit zweifelnden und kummervollen Blicken ange⸗
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