Teil eines Werkes 
1. Theil (1848)
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Hollah, Brabantio! Signor Brabantio, hollah! Erwacht! Diebe Moͤrber! Nehmt Euer Kind in Acht! Euer Geld! Othello von Shakſpeare.

Vater und Tochter hatten ihr frugales Nachtmahl beendigt und nach einem fluͤchtigen Blicke in das hoͤher gelegene ſchmutzige Schlafgemach mit den unfoͤrmlichen, grob uͤberzogenen Betten den Beſchluß gefaßt, die Nacht am Kamine zu durchwachen, oder ſich allenfalls einem leichten Schlummer hinzugeben. So wenig ſich der Graf den Anſchein geben wollte, als habe Stephans Verdacht den mindeſten Eindruck auf ihn gemacht, ent⸗ ging es gleichwol ſeiner Tochter nicht, daß er einiger⸗ maßen beunruhigt war; denn er unterſuchte ſehr ſorgſam die Piſtolen, verriegelte dann die Thuͤr und blickte lau⸗ ſchend durch das geoͤffnete Fenſter in die dunkle Nacht hinaus. Auf dem Hofraume und in der ganzen Um⸗ gebung des Hauſes herrſchte eine tiefe Stille; nur das Rauſchen der vom Winde bewegten Baͤume drang aus der fernen Waldung heruͤber, und der Regen ſchlug fein und kniſternd gegen die Scheiben. Lydia blickte aͤngſtlich geſpannt nach dem Vater hin, der im Begriff war, das Fenſter zu ſchließen, als ein dumpfes Gemurmel, wie