Teil eines Werkes 
1. Theil (1848)
Entstehung
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er nicht von zwei ſchmalen, blutloſen Lippen eingeſchloſſen worden. Er trug eine Perruͤcke mit toupirten Seiten⸗ locken, wie ſie damals in den hoͤhern Staͤnden ſchon Mode waren, und einen weiten hellbraunen Ueberrock uͤber einer langen, bordirten Sammetweſte. Den kleinen dreieckigen Hut und das ſpaniſche Rohr mit goldenem Knopfe hatte er nachlaͤſſig auf den Tiſch geworfen, und ſich mit allen Zeichen der Erſchoͤpfung in einen Lehn⸗ ſtuhl geſetzt.

Seine Begleiterin war ein zartes Maͤdchen, kaum ſechzehn Jahr alt, und mehr noch Kind als Jungfrau. Sie war geſchmuͤckt mit jener blendenden und tadelloſen Schoͤnheit, die aus einer vollkommenen Harmonie der einzelnen Theile entſteht, und Bildhauern und Malern ſtets als hoͤchſtes und dankbarſtes Ideal vorzuſchweben pflegt. Selbſt das im Ganzen nicht beſonders geſchmack⸗ volle Koſtuͤm jener Zeit vermochte die holdſelige Anmuth dieſer ſchlanken, aͤtheriſchen Elfengeſtalt nicht zu ſchma lern. Ihr blondes, von der Stirn aufwaͤrts gekammtes Haar quoll in zwangloſen Locken wie ein goldener Strom unter dem kleinen Seidenhute vor. Dunkelblaue Augen, von feinen, kuͤhn geſchwungenen Braunen uͤberwoͤlbt, eine Naſe von der vollendetſten griechiſchen Form und der kleine friſche Purpurmund verliehen dem zartgerun⸗ deten Oval dieſes kindlich offenen Geſichtchens alle Attri⸗ bute einer hinreißenden Schoͤnheit. So jung ſie auch war, dennoch zeigte ihr fein gebauter Koͤrper das reinſte Ebenmaaß, und in ihren Zuͤgen lag etwas ſo Sinniges