junge Paar ſollte abwechſelnd auf Windeck und auf Falkenſtein leben. Nichts unterbrach die Reiſe, die be⸗ ſonders fuͤr die Liebenden Stunden der Wonne enthielt. Nachdem ſie uͤber den Rhein geſetzt waren, ſahen ſie bald die Thuͤrme von Windeck auf einem Huͤgel in dem Gebirgszuge, der die Rheinebene auf dem rechten ufer begraͤnzt. Der alte Windeck eilte voraus, um ſeine Frau auf ihr Gluͤck vorzubereiten. Wir wollen nicht verſuchen, das Wiederſehen zwiſchen Sohn und Mutter zu ſchildern. Der Kummer uͤber das Ver⸗ ſchwinden ihres Sohnes, wornn ſie ſich fuͤr ſchuld hielt, der Vorwurf, den ſie ſich beſtaͤndig wiederholte, daß ihr Muthwille ſie zu einer kinderloſeu Mutter gemacht und das Erloͤſchen des Geſchlechts herbeigefuͤhrt habe, hatte, ſo ſehr Windeck die geliebte Gattin ſchonte, doch beſtändig an ihrer Seele genagt. Dieſer ſank ihr jetzt vom Herzen, als ſie ihren wiedergefundenen Otto an den Buſen druͤckte.
Die Verbindung Otto's mit Hedwig wurde nicht lange aufgeſchoben, und mit ihnen feierte das nicht weniger zufriedene Paar, Hans und Marie, ſeine Hoch⸗ zeit. Der Paſtor von Rußbach vollzog die Trauung. Dieſe freudige Gelegenheit lnd den benachbarten Adel nach Windeck, und Viele kamen, neugierig, den jungen Otto zu ſehen. Nach dem, was ſie von ſeiner Geſchichte gehoͤrt, erwarteten ſie einen rohen Bauer zu finden, verließen aber das Schloß nicht weniger erſtaunt uͤber die feinen Sitten des jungen Ritters, als uͤber ſeine Gewandtheit in den Waffenuͤbungen, welche Manche


