——————
„
———
— 201—
eingeflößten Satz zu billigen, daß alle Menſchen gleich und alles Eigenthum, was die Natur geſchaffen hat, gemeinſchaftlich ſey. Die Dauer von Jahrhunderten hat Einrichtungen geheiligt die anfangs ſbloße Uſur⸗ pationen waren. Aber Unrecht zu verhuͤten, ſey die Sache der Edeln, der angebornen Schuͤtzer des Volks. Außerdem wuͤnſchte ich die uͤbertriebenen Frohnden und harten Zinsarbeiten ohne Lohn und ohne die geringſte Verguͤtung eingeſchraͤnkt zu ſehen. Der Bauer thut gern, was ſein Herr mit Recht von ihm verlangen kann, und auch mehr, penn er an einem kleinen Lohne ſieht, daß ihm kein unrecht widerfaͤhrt.“
Mit innigem Vergnuͤgen und hocherfreut, daß er mit ſeinem Stande die Geſinnung nicht geaͤndert, horte Hedwig ihren Geliebten die Sache der Unter⸗ druͤckten fuͤhren, und wagte ſelbſt eine Bitte um Er⸗ leichterung der druͤckenden Laſten.„Ich habe den Bauern,“ fuhr Otto fort, vals ich ihr Anfuͤhrer war, verſprochen, wenn ſie maͤßig in ihren Forderungen und nicht grauſam in ihren Thaten ſeyn wollten, ih⸗ nen die Erleichterung zu verſchaffen, die ſie mit Recht verlangen koͤnnen. Dadurch allein konnte ich meinen Plan zu eurer und Hedwigs Rettung ausfuͤhren. Ich hoffe, weder ihr, mein Vater, noch ihr, edler Graf, werdet mir und eurer Tochter in der Erfuͤllung des Verſprechens hinderlich ſeyn.“
Der alte Windeck reichte ſeinem Sohne die Hand⸗ und Falkenſtein konnte nicht widerſtehen. Es wurde beſchloſſen, das Schloß wieder aufzubauen, und das


