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Die Aufrührer : Eine Erzählung aus den Zeiten des Bauernkriegs / von Fr. Rother
Entstehung
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ob die guͤnſtige Veraͤnderung ſeines Schickſals alle kör⸗ perlichen Schmerzen erſtickt habe.

Letztes Kapitel.

Der Graf von Falkenſtein hatte ſich nach ſeiner Entfernung von unſerem Helden zu ſeiner Tochter be⸗ geben, und war nun beſchaͤftigt, ihr die Leidenſchaft zu ihrem Geliebten zu verweiſen. Er bat ſie, ihm zwar als ihrem Retter dankbar zu ſeyn, aber nie an ihn an⸗ ders zu denken, als an einen Mann, den ſeine Her⸗ kunft zu jeder engern Verbindung mit ihr unfaͤhig mache. Weislich verſchwieg er ihr ſein ihrem Gelieb⸗ ten gegebenes Verſprechen; denn er hatte es dem drin⸗ gend darum Bittenden nicht abſchlagen wollen, in der neberzengung, daß er doch nie ſeinen Zweck erreichen werde, oder, wenn dies dennoch der Fall ſeyn ſollte, ſeine erſte Niigung vergeſſen konne. Hedwig hatte naſſe Augen, als der alte Windeck mit ſeinem Sohne dieſe ihr ſchmerzliche Unterhaltung ſioͤrte.Warum weint das Fraͤulein? ſagte Windeck.Geh, Otto, troſte ſie, und trockne ihre Thraͤnen.

Geliebte, uns trennt nichts mehr! waren die Worte, womit der gluckliche Geliobte auf Hedwig zuflog, und ſie vor den Augen ihres Vaters umarmte. Dieſer begann bei dieſem Anblick die Stirne zu runzeln, aber der alte Windeck nahm ihn bei der Hand, und fuͤhrte ihn zu den Liebenden hin.Segnet die Verbindung