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Blick auf das Gemaͤlde werfend, und den erſtaunten Hofer in die Arme ſchließend.„Es iſt gefunden, mein Sohn! es iſt das Bild meiner Bertha, deiner Mutter. Mein Otto! meinzlang verlorener Otto! fuͤhlſt du nicht das Herz deines Vaters an dem deinigen ſchlagen?“
„Mein Vater!“ war Alles, was der Juͤngling hervorbringen konnte, als er die feurige Umarmung eines Vaters, der ſeinen einzigen Sohn, die Hoffnung und Stuͤtze ſeines Geſchlechts, nach einer ein und zwan⸗ zigiaͤhrigen Trennung wieder fand, noch feuriger ver⸗ galt, da ihm dieſer Augenblick auf einmal einen Vater, eine edle Abkunft, und ſeine Hedwig gab. Doch kann man ſich denken, daß unſer Held, den wir von nun an bei ſeinem rechten Namen nennen werden, nicht im erſten Sturm der Gefuͤhle dieſe Betrachtung anſtellte, ſondern erſt nach dem vollen Genuß eines ſo un⸗ verhofften Wiederfindens ſeine Angen an der ihm geoͤffneten glaͤnzenden Ausſicht weidete. Erſt nach⸗ dem das ſtuͤrmiſche Entzuͤcken, waͤhrend deſſen ſich Baſil unbemerkt entfernte, voruͤber war, theilte der Vater ſeinem Sohne, den er auch noch an dem deutlichen Beweis eines Muttermals erkannte, die Geſchichte ſeines Verſchwindens mit.
„Ich kam aus dem Kriege zuruͤck,“ erzaͤhlte er,„be⸗ gierig deine Mutter, die ich ſchwanger verlaſſen, und dich zu umarmen, und fand dich nicht, und ſie durch den Schrecken uͤber dein Verſchwinden mit einem todten Kinde niedergekommen. Eine Zigeunerin war an dem vorhergehenden Tage auf dem Schloſſe geweſen, und
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