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die Patur die Kuͤhnheit, meine Augen zu eurer TDochter zu erheben, und nicht die Mittel— doch nein, ſie hat mir ja Kraft der Arme und des Geiſtes gegeben, und mir eine Laufbahn erdoͤffnet, wo Hedwig als Ziel ſteht. Werdet ihr mir ihre Hand verweigern, wenn ich als Ritter zuruͤckkehre?“
„Du wäaͤreſt ihrer wuͤrdig,“ ſagte der Graf,„aber meine Hedwig, die Letzte eines edlen Stammes—“
„Nehme ich nur dann in Anſpruch, edler Graf,“ unterbrach ihn Hofer,„wenn ich ihr als Ritter meine Hand bieten kann. Gebt mir eure Hand darauf, mir in dieſem Falle eure Tochter nicht zu verweigern, ſo wird dieſe Ausſicht meinen Muth zu den kuͤhnſten Tha⸗
ten entflammen.“
Falkenſtein gab ihm das Verſprechen, und entließ den dadurch begluͤckten Liebhaber, der einem Diener zu Otto von Windeck folgte, welcher ihn zu ſprechen ver⸗ langte. Er fand dieſen mit Baſil in einem tiefen Ge⸗ ſpraͤch, und hoͤrte ihn bei ſeinem Eintritt in das Zim⸗ mer ſagen:„Er iſt es, ehrwuͤrdiger Bruder, er iſt es.“
„Ihr habt ein Bildniß,“ wandte er ſich dann zu Hofer,„ein Pfand enrer dunkeln Geburt. Zeigt mir es ſchnell.“
Vielleicht iſt es das Bild derjenigen,“ ſagte Hofer, „welcher ich mein Daſeyn verdanke. Koͤnnte ich das Original zu dieſen ſchoͤnen Zuͤgen finden,“ fuhr er fort, waͤhrend er das Bild betrachtete,„könnten dieſe Lippen an meinen heißen Kuͤſſen erwarmen!“
„Es iſt gefunden! rief Windeck aus, einen ſchnellen


