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Die Aufrührer : Eine Erzählung aus den Zeiten des Bauernkriegs / von Fr. Rother
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und meinem Entſchluß tren, von deſſen Außfuͤhrung ich nur durch dieſen unſeligen Aufſtand abgehalten worden bin, nach Italien ziehen. Auch will ich ſuchen, meine Eltern zu entdecken, denn ihr muͤßt wiſſen, edler Graf,

Ich habe es ſchon gehoͤrt, unterbrach ihn Falken⸗ ſtein.Aber was willſt du in Italien?

Edler Herr,« antwortete Hofer,ihr habt mich den Gebrauch und die Uebung der Waffen gelehrt, und durch ſie will ich mir in des Kaiſers Heer einen Na⸗ men erwerben, den mir das Schickſal verweigert hat. In Kriegszeiten bringt Tapferkeit zu Ehren, und an Kuͤhnheit wird es mir nicht fehlen, da ich mein Leben nicht achte, wenn ich es nicht, warum ſollte ich mich ſcheuen es euch zu ſagen wenn ich es nicht mit Hedwig, mit eurer Tochter theilen kann.

Der Graf ſah verlegen aus, da ſein Stolz und ſeine Dankbarkeit miteinander rangen, um ſeinem edlen Retter, den er jetzt ſo ſehr achtete, als er ihn fruͤher geliebt hatte, keine harte und kraͤnkende Ant⸗ wort zu geben. Hofer erſparte ihm dieſelbe, indem er ſchnell hinzufuͤgte:doch furchtet nicht, daß ich die Neigung eurer Tochter zu mir mißbrauchen werde. Hedwig haͤngt zu ſehr an euch, um einen Schritt zu thun, der ihren Vater betruͤben könnte, und ihr einzi⸗ ger Ungehorſam gegen euch war ein Gefuͤhl, das kein Verbot und kein Geſetz verhindern kann, das die Seele des Menſchen maͤchtig ergreift, und alle Schranken nie⸗ derwirft, die ſich ihm widerſetzen. Warum gab mir

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