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Falkenſteins Wohnung an. Das Erſte, was Hofer bei ſeinem Eintritte in das Haus fand, war die ihm unbegreif⸗ liche und uͤberraſchende Anweſenheit ſeiner Pflegeeltern, die ihm mit dem Paſtor entgegen kamen. Kaum hatte er ſich aus ihren Umarmungen losgewunden, und ſich von ſeinem Erſtaunen erholt, als Hedwig auf ihn zu⸗ flog und trotz der Zengen in die Arme des Geliebten K
ſtuͤrzte. Es war unſerem Helden, als traͤume er, und er fuͤrchtete faſt, auf einmal zu erwachen und die ganze ſchoͤne Erſcheinung verſchwunden zu ſehen. Erſt nach und nach kam er zu ſich, und vernahm nun die Geſchichte Hedwigs und ihrer Rettung.„Treuer Hans!“ rief Hofer aus,„wie kann ich dir hinreichend deine Dienſte vergelten?“
„Dafuͤr laß mich ſorgen,“ erwiederte Hedwig,„ich weiß, was ihn belohnen wird.“ Sie ſah auf Marien, welche verſchaͤmt die Augen niederſchlug waͤhrend ihr
Hans einen recht zaͤrtlichen Kuß gab. Hedwig wurde aber durch den Eintritt ihres Vaters in ihrem Entzuͤcken geſioͤrt, und an die Hinderniſſe erinnert, die noch im⸗ mer zwiſchen ihr und dem Geliebten ſtanden. Der Graf that, als habe er die innige Vertraulichkeit nicht be⸗ merkt, womit Hedwig bei Hofer'n geſtanden, lobte ſie, daß ſie ihrem Retter gedankt, und entließ ſie nebſt den uͤbrigen anweſenden Perſonen.„Du haſt mich und meine Tochter dir ewig verbunden,“ ſagte er zu Hofer. „Sprich jetzt, womit ich dich belohnen kann.“ et
„Ihr habt mir heute eure Dankbarkeit bewieſen, erwiederte Franz;„ich werde dieſes Land verlaſſen,


