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nahmen wir Reißaus, bis wir in Sicherheit waren, bloß um euch beſorgt. Denn wir konnten euch doch nicht helfen, ſonſt haͤtten wir gewiß unſer Leben nicht geſchont.“
„Das bin ich uͤberzeugt, treuer Burſche. Ihr hab euch alſo Alle gerettet?“
„Ja, die Meiſten ſind wieder in das Dorf zuruͤck⸗ gekehrt und haben die Waffen mit dem Pfluge ver⸗ tauſcht. Und das werde ich auch thun, wenn ich Ma⸗ rien geheirathet habe. Lieber Herr, ihr kommt doch auf meine Hochzeit, die,— ia wartet einmal, jetzt iſt Pfingſten vorbei,— ja, ja, die ich auf Johannstag feiern will.“
„Wenn ich noch im Lande bin, ſo werde ich ge⸗ wiß nicht verſaͤumen, dich in deinem Gluͤcke zu ſehen.“
„Nun, lieber Herr, ihr werdet doch nicht von hier fort wollen?“
„Guter Burſche,“ dachte Hofer,„du haſt dein Gluͤck gefunden, und kannſt deinen Kahn in den Hafen lenken; aber mein Schifflein, das ſich ſo eben erſt durch gefaͤhrliche Klippen gewunden hat, muß noch manche Stuͤrme und Fluthen beſtehen, ehe es einen Ankerplatz findet oder an einem Felſen zerſchellt. Ich weiß nicht,“ fuhr er laut fort,„wyhin ich gehen werde, aber ſchwerlich werde ich hier im Lande bleiben.“
„Wollt ihr denn das Fraͤulein verlaſſen, lieber Herr?“ fragte Hans.„Sie war ſo beſorgt um euch.“
„Noch einmal will ich Hedwig ſehen,“ ſagte Ho⸗ fer,„und mich dann von ihr auf immer trennen.“
unter dieſem Geſpraͤche langte die Saͤnfte vor


