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„der junge Mann ſpricht die Wahrheit. Er hat mein von den Aufruͤhrern gefaͤhrdetes Leben gerettet, und ſich von ihnen nicht getrennt, um ſeinen Einfluß zur Verhinderung von Gewaltthaͤtigkeiten anzuwenden.“ „Es waͤre Ungerechtigkeit, nahm Windeck das Wort„jemanden fuͤr Verbrechen ſtrafen zu wollen, die er nicht begangen hat. Ich ſetze daher dieſen Gefan⸗ genen, gemaͤß der mir anvertrauten Richtergewalt, in Freiheit und Sicherheit, und gebe ihm Erlaubniß, ſich hinzubegeben, wohin er will.“ Die Verſammlung bil⸗ ligte dieſes urtheil, und Falkenſtein befahl, den uͤber⸗ raſchten Hofer nach ſeiner Wohnung zu bringen, wo⸗ hin er ihm ſelbſt mit Otto von Windeck folgte. Denn dieſer uͤbertrug nach dem Verhoͤr und nach der Ver⸗ urtheilung der Hauptleute ſeinen Vorſitz einem Andern, mit der Anweiſung, die Hartnaͤckigen hinrichten, und die nebrigen frei gehen zu laſſen. Der neue Praͤſident er⸗ fuͤllte ſeinen Auftrag mit Genauigkeit; die Halsſtarri⸗ gen, worunter beſonders die von Winzer Fanatiſirten waren, buͤßten fuͤr die Andern. Wir bemerken noch, daß Zaͤnker mit demſelben Trotz, den er bei ſeiner Ver⸗ urtheilung gezeigt, ſeinen qualvollen Tod erlitt, und Pfeiffer zwar kleinmuͤthig aber getroſtet ſtarb, und das herumſtehende Volk vor Verblendungen des Satans und vor Abfall und Aufruhr warnte. Denn wir haben nicht laͤnger bei dieſen Auftritten zu verweilen, und fuͤhren den Leſer, der, wie wir annehmen, ſolchen blu⸗ tigen Seenen nicht ſo begierig zuſehen wuͤrde, als die Buͤrger von Worms, zu einem freudigeren Anblick.


