Druckschrift 
Die Aufrührer : Eine Erzählung aus den Zeiten des Bauernkriegs / von Fr. Rother
Entstehung
Einzelbild herunterladen

177

habe; denn Hans brachte uns zwar die Nachricht, daß ihr entſlohen waͤret, aber er konnte nicht erfahren wohin, weil er wegen des Abzuges der Bauern von Falkenſtein Hofer'n nicht mehr getroffen hatte. Ich trieb ihn da⸗ her an, dem Bauernheere nachzueilen, und zaͤhlte die Stunden und Minuten bis zu ſeiner Wiederkehr. Aber ach, als er kam, uns ein Bild von der Schlacht ent⸗ warf, aus welcher er ſelbſt ſich kaum gerettet, wo er ſeinen Herrn nur auf einen Augenblick geſehen, und dann ſeinen Anblick in dem Getuͤmmel verloren hatte, thenrer Vater, als er zuruͤckkehrte, ohne Nachrich⸗ ten von euch, ohne Gewißheit uͤber das Schickſal un⸗ ſeres Retters, da konnte ich es nicht mehr aushalten. Wir erhielten endlich von den gefluͤchteten Bauern aus Marienthal, die jetzt nach ihrer Beſiegung in ihre Huͤtten zuruͤckkehrten, die Kunde von eurem Aufenthalt in dieſer Stadt, und von eurem Einfluß bei dem Ge⸗ richte, das uͤber die Gefangenen gehalten werden ſolle. Sie verſahen uns mit Pferden und Wagen, um dieſe Reiſe hieher zu machen, und ich habe ihnen verſpro⸗ chen, ein gutes Wort fur ſie bei euch einzulegen. Lie⸗ ber Vater, es war eine Thorheit, eine Verblendung 6 der armen Leute, vergebt ihnen, und ſtraft ſe nicht zu hart.

Der Graf antwortete nichts; aber Winde ihrer Erzaͤhlung theilnehmend zugehoͤrt, nahm lächelnd das Wort:Mein Fraͤulein, wenn wir eure Verwen⸗ dung hoͤren wollten, ſo wurde die Gerechtigkeit dies⸗ mal ihr Schwert und ihre Wage ruhen laſen müſſen.

M