„Ja, theurer Vater, wir waren in großer Verle⸗ genheit. Wir beſchloſſen endlich, in dem verlaſſenen Kloſter von Marienthal Unterkunft zu ſuchen, bis Hans am andern Morgen euer Schickſal auskundſchaf⸗
ten, und mich zu euch bringen koͤnne. Wir erreichten
auch wirklich das Kloſter, und brachten dort die Nacht traurig zu. Nachdem uns Hans verlaſſen hatte, um Rachrichten einzuziehen, blieben wir in einer der Zel⸗ len zuruͤck. Wir hoͤrten plotzlich Tritte in den gewoͤlb⸗ ten Gaͤngen des Kloſters erſchallen, und begannen ſchon zu fuͤrchten, daß es Feinde ſeyen, weil Hans noch nicht zuruͤckgekommen ſeyn konnte. Es war aber dieſer ehr⸗ wuͤrdige Bruder, der fromme Baſil, welcher, von wei⸗ ten Reiſen zuruͤckkehrend, die verddete Stätte ſeines Kloſters beſuchte.“
„Seyd mir willkommen, ehrwuͤrdiger Bruder,“ ſagte der Graf zu Baſil, veure Froͤmmigkeit iſt allen wohlbekannt, die in unſerem Thale leben. Ihr wart ja Hofers Lehrer, wenn ich nicht irre?“
„So iſt es, gnaͤdiger Herr,“ erwiederte Baſil.„Ich wollte ihn noch einmal ſehen, und da ich hoͤrte) daß er als Anfuͤhrer der Rebellen vor eurer Burg läͤge, ſo ging ich mit ſeinen Pflegeeltern, die unſer Kloſter im ungluck nicht verließen, und mit den Moͤnchen flohen, nach Marienthal zuruͤck, wo ich ſo unerwartet das Fraͤulein fand.“
„Der ehrwuͤrdige Bruder,“ erzaͤhlte Hedwig wei⸗ ter,„brachte uns zu dieſen freundlichen Alten, wo ich aͤngſtlich und ſorgenvoll wegen eures Schickſals gelebt


