—
——
ſeine Lehre eine Ketzerei ſey. Die Pfaffen verſchreien ihn, weil er ihr Anſehen zu fuͤrzen droht, und waͤre es nach ihrem Willen gegangen, Luther waͤre damals nicht lebendig aus dieſen Mauern gekommen. Aber der junge Kaiſer war edel genug, ſeinen erſten Reichs⸗ tag nicht mit einem Wortbruch zu ſchaͤnden; ich weiß auch, daß manches Schwert zur Beſchuͤtzung des Monchleins gezogen worden waͤre, das ſo muthig vor den verſammelten Staͤnden erſchien.“
„Wir wollen hoffen,“ ſagte Falkenſtein,„daß dieſer Zwieſpalt der Kirche bald durch ein allgemeines Con⸗ cilium beendigt wird.— Ihr uͤberlaßt mir alſo den gefangenen Hofer ganz und gar.“
„Er muß erſt vor unſerem Gericht erſcheinen,“ ant⸗ wortete Windeck,„aber das konnt ihr verſichert ſeyn, daß ich den Lebensretter meines Freundes und den ge⸗ maͤßigten Mann von dem tollen Geſindel zu unterſchei⸗ den weiß, das fuͤr ſeine Raſerei nun ſchwer buͤßen muß. Ihr habt noch keine Nachricht von eurer Hed⸗ wig?“
„Ich habe Boten ausgeſchickt,“ erwiederte Falken⸗ ſtein,„um ſie aufzuſuchen und hieher zu bringen. Denn ich weiß jetzt, daß ſie lebt.“
„Ihr ſeyd ein gluͤcklicher Vater,“ rief Windeck aus⸗ „aber mein einziger Sohn, der Letzte meines Stammes, iſt hin und mit mir ſtirbt mein Name aus. Wenn mein kleiner Otto noch lebte, er waͤre jetzt in dem hei⸗ rathsfaͤhigen Alter, vielleicht haͤtte er eurer Hedwig ge⸗ fallen, wir haͤtten unſere beiden Wappen in eines ver⸗


