—
„Ich bin Hofer,“ ſagte unſer Held,„derſelbe, den ihr ſucht. Ich bin euer Gefangener; bringt mich zum Grafen von Falkenſtein.“
„Geluͤſtet dich ſo nach des Grafen Geſellſchaft?“ fragte der Reiter hohniſch.„Freund, der iſt nicht ſo zart, wie ſeine Tochter. Aber ich erfuͤlle deinen Wunſch mit Vergnuͤgen, denn er bringt mir zehn Pfund Gold ein
„Dir?“ riefen die andern Reiter aus.“ Wir hof⸗ fen nicht, daß du ſie allein in Anſpruch nimmſt!“
„Ei, verſteht ſich, ich habe ihn ja allein und zuerſt entdeckt,“ erwiederte der Reiter.„Ihr recktet eure Gaͤnſehaͤlſe noch aus, und ſpitztet noch eure Eſels⸗ ohren, als ich ihn ſchon erwiſcht hatte. Pein, keinen Heller bekommt ihr davon, das ſage ich euch.“
„Das iſt ungerecht,“ ſagte einer von den Andern, „und eher toͤdten wir den Gefangenen, als daß du den Preis allein davon tragen ſollſt.“
Die beiden Andern gaben zu dieſem Vorſchlag ihren Beifall, und Hofer war in großer Gefahr, ein Opfer des Neides dieſer halbberauſchten Menſchen zu werden. Denn ſie machten ſchon wirklich Anſtalt, ihrem Kameraben ſeine Belohnung durch die Ermordung des Gefangenen zu eutziehen⸗ Dies brachte den Entdecker Hofers zu Vergleichsvorſchlagen, und er handelte mit ſeinen Gefaͤhrten ſo lange, bis ſie uͤber die Theilung des Geldes einig geworden waren, und ihre Feind⸗ ſchaft in einem Becher Weins begruben. Sie ſchieden frdhlich von dem alten Bauer, in deſſen Huͤtte ſie


