Druckschrift 
Die Aufrührer : Eine Erzählung aus den Zeiten des Bauernkriegs / von Fr. Rother
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 152—

ſchlagen und zerſtreut ſey, brach ſie in Klagen aus: Ach Gott, ich habe auch zwei Sohne dabei, meinen Michel und Niklas. Leben ſie denn noch, lieber Herr? ſind ſie entkommen?“ Jammernd theilte ſie ihrem Mann, der indeſſen das Haus wieder verſchloſſen hatte, die Trauerbotſchaft mit.

„Es ſind viele entflohen,« ſagte Hofer,„und ich hoffe, die Meiſten ſind verſchont worden. Aber, liebe Leute, helft mir, mich meiner Ruͤſtung entledigen.“

„So iſt mein Michel und mein Riklas auch davon gekommen; denn es ſind flinke Burſche, und ſchnell auf den Beinen, wie Haſen. Wartet, junger Herr, ihr ſollt euch ſtaͤrken. Hier,“ fuhr ſie fort, mit einem Kruge zuruͤckkommend, aus dem ſie ein Glas mit Wein fuͤllte,„hier, trinkt und erquickt euch. Von dieſem Weine haben mir meine Sohne— Gott behuͤte ſie!— ein ganzes Fäͤßchen gebracht, als ſie das Kloſter pluͤn⸗ derten.“

„Der Wein iſt aut und ſtarkend,“ ſagte Hofer. „Was ich aber jetzt am nothigſten habe, iſt Ruhe. Könnt ihr mir nicht ein Lager geben?“

„Ihr ſout hier unſer eigenes Bett haben,“ ſagte

der Bauer,„was wir an euch thun, werden vielleicht andere mitleidige Menſchen unſern Soͤhnen, die jetzt auch der Hilfe bedurfen, vergelten.“ Es ſoll euch nicht gereuen,“ erwiederte Hofer. Ich werde euch belohnen, wenn jch der Wrfolgung entkomme!“ Er legte ſich zur Ruhe, und ein feſter Schlaf ver⸗

—