ſind, und die der Stolz eines harten Vaters trennt! Gute Hedwig! Sie weint, ſie trauert, und muß doch ihre Thraͤnen verbergen und ihren Gram verſtellen, um den Zorn ihres Vaters nicht zu reizen. Doch bald will ich deine Thraͤnen trocknen, oder unter den Raſen eines Grabhuͤgels die Empfindungen vergeſſen, welche die Bruſt der Lebenden bewegen.“ Ein neuer Strahl der Hoffnung blitzte auch aus der Dunkelheit ſeiner Geburt. hervor, die vielleicht ihn im Range ſeiner Geliebten gleich ſtellen konnte. Doch aͤnderte dieß ſeinen Vorſatz nicht, nach Italien zu ziehen, und das Gluͤck ſeiner Waffen zu verſuchen. neber den Phantomen, die ſeine wachende Phantaſie ſchuf, ſchlummerte er ein, und der
Traum ſetzte dieſe in wilderen, unregelmaͤßigern
Geſtalten fort. Er erwachte fruͤh aus ſeinem beunruhig⸗ ten Schlafe, und verließ nach einem herzlichen Abſchied
von ſeinen Pflegeeltern das Thal ſeiner Kindheit, uͤber
dem jetzt der Morgennebel hing, und wie Dampf an den waldbewachſenen Bergen hinzog. Noch einmal ſah er Falken ſteins hohe Thuͤrme in der Morgenſonne blinken, und es war ihm, als ſaͤhe er die Geſtalt Hed⸗ wigs von den Zinnen ihm einen ewigen Abſchied nach⸗ winken. Jedoch die Hoffnung verlaͤßt kein Alter, und am wenigſten die Jugend, die ſich dieſer gaukelnden Göttin um ſo mehr in die Arme wirft, je weniger ſie die Erfahrung gemacht, daß ihr Balſam nur den Schmerz der Wunden lindert, um ihn deſto bitterer zu machen. Franz wurde muthiger; er erblickte ſich ſchon im Kampf⸗ gewuͤhl, nnd ſah ſich ſchon mit der Gunſt ſeines Kaiſers
——


