— 37— „ohne Verwandte, ohne Freunde gehe ich in die fremde Welt hinaus!“
„Mein Name iſt ehrlich,“ ſagte der alte Hofer, „und es ruhet kein Flecken auf ihm. Fuͤhre ihn fort, Franz, und bleibe hier als Erbe meiner Huͤtte.“
„Nein,“ antwortete Franz,„fort muß ich; aber ich will mich als euren Sohn betrachten, und euren Namen fuͤhren, bis ich mir einen andern erwerbe durch meine Thaten oder die Entdeckung meiner Geburt.“
Franz riß ſich ſobald als möglich von ſeinen Pfle⸗ geeltern los, und begab ſich nach der Kammer, wo er die Nacht ſchlafen ſollte. Hier las er bei dem Scheine einer Lampe folgende Worte:„Lieber Franz, dieſe we⸗ nigen Zeilen ſchreibe ich gegen das Verbot meines Vaters, und wuͤßte er es, ſo waͤre ich ſeinem hoͤchſten Unwillen ausgeſetzt. Mache daher um meinetwillen keinen Verſuch, mir zu antworten, und halte dich fern von der Gegenwart meines Vaters, der dir Hartes ge⸗ droht hat, und es erfuͤllen wird, wenn du ſo ungluͤck⸗ lich ſeyn ſollteſt, ſeinen Zorn noch einmal zu reizen. Mein Vater iſt zwiſchen unſere Liebe getreten, das Schickſal trennt uns, vielleicht iſt der Himmel gnaͤdiger. Wie es dir auch gehen mag, ſo vergeſſe ich nie, daß ich dir die Erhaltung eines Lebens verdanke, das nur mit dir einen Reiz fuͤr mich hat, und wuͤnſche dir mehr Gluͤck und Zufriedenheit, als ſich deren erfreuen kann— deine arme Hedwig.“
„Der Himmel ſey uns gnaͤdiger!“ rief Franz aus, „und verbinde zwei Herzen, die fuͤr einander geſchaffen
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