„Ach ja, um das nicht zu vergeſſen,“ fuhr der Alte fort,“ ich fragte ſie nach deinen Eltern, aber ſie ant⸗ wortete nicht, ſondern verlangte durch Zeichen, dich noch einmal in ihre Arme zu ſchließen. Meine Frau gab dich ihr aber nicht, und ich glaube, die Zigeunerin hätte dich umgebracht, wenigſtens griff ſie nach einem Meſſer, das ſie in der Taſche hatte Ich ſagte ihr, wir wollten dich auferziehen auf eine ehtſliche Weiſe und dich nicht mehr in die Haͤnde dieſer Heidin geben. Sie ward wüthend, und der Zorn gab ihr die Sprache wieder. Ach mein Sohn, du haͤtteſt ſie nur ſehen ſollen,
ſie fluchte, daß mir die Haare zu Berge ſtanden, und
prohte uns ſchrecklich, wenn wir ihr nicht ſchworen wollten, dir nie zu entdecken, wie du in unſere Haͤnde gekommen ſeyſt, ſondern dir zu ſagen: du ſeyeſt unſer Sohn. Du weißt, einem Sterbenden ſoll man nichts verſagen, und darum ſchwuren wir ihr. Von der An⸗ ſtrengung erſchopft, ſtarb das Weib nach einer Viertel⸗ ſtunde.“ „Sie ſtarb,“ fragte Franz, wohne etwas von mei⸗ ner Herkunft zu entdecken?“
„Es ſchien, als wollte ſie noch ſprechen, der Tod aber—“
Ein ſtarkes Klopfen an die Thuͤr der Huͤtte unter⸗ brach die Erzählung des alten Hofer. Franz ging hin⸗ aus, und oͤffnete; ein in einen Mantel gehuͤllter Mann ſchob ihm ſchweigend einen Brief in die Haͤnde, und war ſchneller wieder verſchwunden, als der Em⸗
pfaͤnger die an ihn gerichtete Aufſchrift geleſen. Das


