die das Vorurtheil zwiſchen ſie und ihn geworfen, als es— ſchon zu ſpaͤt war. Franz Hofer haͤtte blind ſeyn muͤſſen, wenn ihm die Aufmerkſamkeit des Fraͤu⸗ leins auf ihn entgangen waͤre es war natuͤrlich, daß ſeine verſtohlenen Blicke oft denen Hedwigs auf dem⸗ ſelben Wege begegneten, daß er bald den Ausdruck verſtehen lernte, der in ihnen lag, uud nicht ſaͤumig war, ihn zu erwiedern. Aber es blieb lange Zeit bei den Blicken; denn zu einer Erklaͤrung hatte Hofer weder Muth noch Gelegenheit, und das Fraͤulein zu viel Zart⸗ gefuͤhl und Schuͤchternheit, um eine ſolche herbeizu⸗ fuͤhren. So mußte denn, wie es oft der Fall iſt, der Zufall dazwiſchen treten. Hedwig pflegte des Abends in einer Kapelle zu beten, die am Fuße der Burg er⸗ baut war, und dann allein wieder den ſteilen Weg hinaufzuklimmen. Hofer kam eines Tages von einem Ritte zuruͤck, den er im Auftrag des Grafen gemacht, und ſein Weg fuͤhrte ihn an der Kapelle vorbei. Die Thuͤr derſelben ſtand offen, und ein inneres Gefuͤhl zog ihn in das Gotteshaus hinein. Er ſtieg alſo vom Pferde, und trat in das Kirchlein. Hier bemerkte er vor dem Altare in ſtiller Andacht niedergeſunken eine weibliche Geſtalt, die er ſogleich fur Hedwig erkannte. Erſchrocken und von der Betenden unbemerkt zog er ſich zuruͤck. Als er heraußtrat, daͤuchte es ihm, als ſaͤhe er eine Geſtalt im nahen Gebuͤſche verſchwinden, und als hoͤre er ein leiſes Fluͤſternz auf ſeinen Ruf er⸗ folgte keine Antwort und Alles blieh ruhig. Doch zog er ſein Schwert und naͤherte ſich dem Orte, der ihm
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Die Aufrührer : Eine Erzählung aus den Zeiten des Bauernkriegs / von Fr. Rother
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